Auf dem richtigen Weg?

Der Unternehmer hat eine richtige Niederlage einstecken müssen. Ein großer Auftrag, der schon so gut wie in den Büchern stand, ist kurz vor Abschluss doch noch geplatzt.

„Mmh“, brummt der Unternehmer. „Weißt du, manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass ich auf dem falschen Weg bin.“

Das Unternehmen darauf: „Ja, du bist gänzlich auf dem falschen Weg. Mach kehrt und geh in die andere Richtung. Genau in die andere Richtung. 180 Grad. Du strebst das falsche Ziel an.“

„Welches falsche Ziel? Welches Ziel habe ich denn?“

„Siehst du“, kreischt das Unternehmen aufgebracht los, “du weißt nicht einmal, welches Ziel du hast. Da haben wir den Strategiesalat!!!!!! Habe ich dir nicht immer gesagt…“

„Naja“, verteidigt sich der Unternehmer und geht in Kampfpositur, „Ich habe mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen: mit meinen Angestellten, dann haben drei vom Mittleren Management gekündigt – du erinnerst dich – ein paar Großkunden sind abgesprungen und…“

„Ändere deinen Blick!“ das Unternehmen schneidet ihm das Wort ab. „Sieh, wieviel mehr du hast, als alle anderen. Du hast mich, dein Unternehmen. Immerhin bin ich in den letzten Jahren von einem Kleinunternehmen zu einem Mittelständler herangewachsen. Ich bin ein sogenannter Hidden Champion, auch wenn du es nur zu gerne ignorierst. Du hast einen neuen Markt erschlossen und obendrein noch eine tolle Familie (zumindest noch vor Deiner Scheidung) und ein schönes Haus. Sieh, wie reich du bist, wieviel du schon geschafft hast.“

„Aber irgendeinen Grund muss es doch geben, daß schon wieder ein Interessent abgesprungen ist. Vielleicht arbeite ich ja auch an der falschen Stelle“, sinniert der Unternehmer.

„Du arbeitest an der richtigen Stelle, an den Menschen, mit den Menschen. Öffne ihre Herzen, wie du deines öffnest. Dann flutscht auch plötzlich ein stockendes Projekt, und Streithähne gehen auch wieder aufeinander zu. Zeige ihnen, wie sie ihre Herzen öffnen können“.

Der Unternehmer schaut irritiert: „Ich weiß nicht, wie das geht. Mein Gott, wie soll ich das denn machen?“

Darauf das Unternehmen: „Wie hast Du es denn gemacht?“

„Naja, wenn ich es mir so recht überlege, habe ich sie Stück für Stück, Schicht für Schicht abgebaut – die Angst. Schau in die Zeitung oder in irgendein anderes Blättchen und du weißt, was mir so alles den Schweiß ins Gesicht getrieben hat. Und dann am Schluss war sie weg – die Schutzmauer.“

“Rede mit ihnen, und Du wirst sehen, dass es geht. Du bist oberste Priorität, weil du wichtige Informationen hast! Rede mit ihnen und öffne ihre Herzen! Sie werden dich alle haben wollen.“

 

ZWIEGESPRÄCHE SIND…
Ich habe von anderen gehört – nein sie haben es mir eher zugeflüstert – daß es möglich ist sich mit seinem Unternehmen zu unterhalten. Kollegen, Kooperationspartner meinten, daß Sie sogar jede Menge Tipps von Ihrem Unternehmen bekommen haben, dass es regelrecht mit Ihnen reden würde. Ein sprechendes Unternehmen – welch ein Unsinn!!!!!! Aber allein die Vorstellung hätte schon was. Es wäre doch schön, wenn ich einen Sparringspartner hätte mit dem ich mich ab und an austauschen könnte. Und wer weiß besser Bescheid über mein Unternehmen, als mein Unternehmen selbst!

Meine Kollegen, die schon in Kontakt mit Ihrem Unternehmen stehen, haben gesagt, ich müsste mich nur auf die Reise machen und Anfragen ob ich den Raum des Unternehmens betreten darf. Und so geschah es. Ich packte meinen Rucksack und machte mich auf die Reise.